Vokabular für ein Sicherheits-Theaterstück

The Spy School #9

Footprints in the Snow of Noise
Vokabular für ein Sicherheits-Theaterstück

Workshop mit Manu Luksch an der Universität Paderborn, Deutschland

Alltaglich treffen wir  dutzende Entscheidungen, die auf unserer Einschätzung beruhen, "in Sicherheit" zu handeln. Oftmals finden wir uns auch ungefragt in Situationen, die wir als als Maßnahmen zur erhöhten Sicherheit verstehen. Und kein Tag vergeht ohne neuemmedialen Jargon zu dem Thema.

Doch wie funktioniert Sicherheit wirklich? Wie schützen PIN Codes, Log-ins, Videoüberwachung, Gepäcksscanner, Strassenbeleuchtung, Ausweise, elektronische Wahlkabinen vor Betrug und Kriminalität, oder erzeugen die damit einhergehenden Rituale blos eine Illusion von Sicherheit (und bedienen einen lukrativen Markt)? Und was passiert mit den Unzähligen elektronischen Spuren, die wir dabei hinterlassen - stellen diese nicht in sich selbst ein "Risiko" dar?

Das Workshop basiert auf dem Begriff des "Security Theatre"/ Sicherheit-Theaters, der von Bruce Schneier geprägt wurde, einem der respektiertesten Experten zum Thema Kryptographie und Sicherheit. Es bezeichnet die Sicherheitskontrollen und -infrastruktur, die blos Placebo-Wirkung haben, als nutzlose Show eingeführt werden, um das Sicherheitsgefühl zu stärken.

Im Workshop wird eine spontane Datenbank an Massnahmen und Verhalten, das mit Sicherheit assoziiert wird, erarbeitet. Jeder Eintrag funktioniert in Folge als Vokabular und künstlerisches Material, das neukombiniert, und komprimiert - zu einer Performance, einem Alphabet, einer Symphonie - den showhaften Charakter entblößt und Fragen zu deren Mechanismus aufwirft.